Airline Tycoon Evolution – Gameplay, Grafik und Sound

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Im Jahre 1998 veröffentlichte das damals noch recht unbekannte Entwicklerstudio Spellbound die Wirtschaftssimulation Airline Tycoon. Schon damals wiesen die Entwickler darauf hin, dass „Airline Tycoon eine nicht ganz ernstzunehmende Wirtschaftssimulation ist und für sich keinesfalls beansprucht, realistisch zu sein“. Diesem Grundsatz sind die Entwickler auch bei der Entwicklung von Airline Tycoon Evolution treu geblieben. Airline Tycoon Evolution könnte man auch als Airline Tycoon 1.5 bezeichnen, handelt es sich dabei eigentlich „nur“ um ein AddOn, nunmehr das zweite, das direkt ins Hauptprogramm integriert wurde. Wie das Spiel in unserem Test abgeschlossen hat, erfahren Sie in unserem Review.

Kenner des ersten Teils werden schon kurz nach Spielstart erkennen, dass sich in Sachen Menü und Modi nicht viel getan hat. So steht dem Spieler neben einem freien Spiel und der Kampagne nur noch ein Netzwerk-Spiel zur Auswahl. In der Kampagne muss man verschiedene Missionsziele erreichen. Diese können von unterschiedlicher Natur sein. Einmal gilt es eine bestimmte Anzahl an Personen zu befördern, in einer anderen Mission muss man einen vorgegebenen Geldbetrag erwirtschaften.

Egal, ob man das freie Spiel oder die Kampagne spielt, vor Spielbeginn muss man sich für eine der vier zur Verfügung stehenden Fluggesellschaften entscheiden. Ob man sich nun für Sunshine Airways, Falcon Lines, Phoenix Travel oder Honey Airles entscheidet ist eigentlich egal, sprich, es hat keinen Einfluss auf den späteren Spielverlauf. Hat man sich für eine Gesellschaft entschieden, kann’s losgehen.

Ein Spielmenü, so wie man es aus anderen Wirtschaftssimulationen oder Strategiespielen kennt, gibt es nicht. Vielmehr ist es der komplett dargestellte Flughafen, der als Spielmenü dient. Die verschiedenen Räume im Flughafen erfüllen jeweils einen bestimmten Zweck. Im eigenen Büro kann man seine Post lesen, telefonieren, seine Flugzeuge upgraden oder die Flugpläne der gesellschaftseigenen Flugzeuge festlegen. Das Personalbüro besucht man, wenn man neue Mitarbeitern einstellen, entlassen oder sich einfach nur einen Überblick über alle Angestellten verschaffen möchte.

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Mit einer Fluggesellschaft Geld zu verdienen, das ist ja das Ziel, welches der Spieler in Airline Tycoon Evolution verfolgt. Das macht man am Besten, in dem man seine Flugzeuge einsetzt. Hier gibt es dann auch gleich drei Möglichkeiten. Zum Einen kann man Auftragsflüge annehmen: „Fliege X Personen am Tag Y von A nach B“. Die zweite Möglichkeit besteht darin, Routen für teures Geld zu mieten. Entscheidet man sich dafür, so kann man ab sofort Passagiere mehrmals täglich von A nach B und wieder zurück befördern. Diese Auftragsflüge werden zu Beginn nur im Heimatflughafen angeboten. Im späteren Spielverlauf kann man im Büro der Flugaufsicht Niederlassungen in anderen Städten ersteigern. Hat man eine solche ersteigert, kann man ab sofort auch in dieser Stadt Aufträge annehmen. Für Manager, die anstatt „lebendiger Fracht“ lieber unkomplizierte Waren durch die Weltgeschichte befördern wollen, bietet es sich an, einen Frachtflugauftrag anzunehmen. Das Muster ähnelt hier aber sehr dem der Passagier-Auftragsflüge: „Fliege X Tonnen Ware am Tag Y von A nach B“.

Der Hauptbestandteil des Manageralltags besteht dann auch darin, die Flugpläne seiner Flugzeuge auszuarbeiten. PR-Arbeit oder der Kauf von Kerosin sind eigentlich nur Nebentätigkeiten, die man dann erledigt, wenn man sonst nichts zu tun hat.

Wer genügend Geld verdient hat, wird über den Kauf eines neuen Flugzeuges nachdenken. Man will seine Marktposition ja halten bzw. noch weiter ausbauen. Hier gibt es dann die Möglichkeit, sein eigenes Traumflugzeug zusammenzustellen. Im HiTec Design Shop bastelt man sich aus vorgegebenen Einzelkomponenten sein Wunschflieger zusammen, das nötige Kleingeld natürlich vorausgesetzt.

Sabotage & Ähnliches – Airline Tycoon Evolution

Bei einer „modernen Wirtschaftssimulation“ ist es mittlerweile normal, wenn die Entwickler dem Spieler die Möglichkeit geben, auf weniger legale Art und Weise seine Konkurrenten in Schach zu halten. Auch in Airline Tycoon Evolution ist dies der Fall. Doch die Entwickler haben es – lobenswerter Weise – abgelehnt, Sabotageakte ins Spiel zu integrieren, die mit einem Flugzeugabsturz oder ähnlichem enden. Man hat lieber auf allbewährtes wie „Bakterien im Kaffee“ eines gegnerischen Managers oder Manipulation des Kontos der Konkurrenz zurückgegriffen. Wer sich vor Sabotageakten gegnerischer Tycoons schützen möchte, sollte das Sicherheitsbüro mit der Bewachung des eigenen Büros, des Bankkontos oder der Flugzeuge beauftragen.

Grafik und Sound

Grafisch ist das Spiel hoffnungslos veraltet. Man hat auf dieselbe Grafikengine zurückgegriffen, die schon beim 98er Airline Tycoon zum Einsatz kam. Und, die war schon damals nicht mehr zeitgemäß… Der comicartige Grafikstil unterstreicht dann auch nochmals, dass Airline Tycoon eine nicht ganz ernstgemeinte Wirtschaftssimulation ist. Als abwechslungsreich kann man die Fluggäste, die den Flughafen bevölkern, zu Beginn zwar noch bezeichnen, nachdem aber ein und derselbe Fußballfan zum x-ten Mal vorbeigelaufen ist, kann man auch nicht mehr von Abwechslung sprechen. Auch die Optionsmenüs wirken lieblos und fad. Ein wenig mehr Grafikpracht hätten wir uns in Zeiten von Aquanox oder WarCraft 3 dann doch gewünscht. Auch Wirtschaftssimulationen kann man optisch ansprechend gestalten.

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In Sachen Musikuntermalung kann man an Airline Tycoon Evolution nichts aussetzen. Die Musik hält sich dezent im Hintergrund, auch die Soundeffekte sind gelungen. Positiv aufgefallen sind auch die Sprecher, die gut zu den jeweiligen Spielfiguren passen.

Obwohl es etwas gewagt ist, den Flughafen als Spielmenü einzusetzen, ist die Umsetzung relativ gut gelungen. Hier war es sehr hilfreich, dass man auf Hot-Keys zurückgegriffen hat. So kann man mit einem Tasteklick ins gewünschte Zimmer gelangen, wo man dann die geplante Aktion durchführen kann. Auch das sogenannte „Filofax“, das man im Duty-free-Shop kaufen kann, erleichtert die Navigation. Die manchmal etwas seltsame Anordnung der Untermenüs verhindert dann aber eine bessere Wertung.

Airline Tycoon Evolution Gameplay

Nicht nur die Comicgrafik sondern auch der Schwierigkeitsgrad deuten darauf hin, dass man mit Airline Tycoon Evolution ein jüngeres Publikum ansprechen möchte. Profis und Fortgeschrittene werden an der recht simplen Wirtschaftssimulation keine Freude haben, weil sie zu wenig gefordert sind. Auch vordergründig komplexe wirtschaftliche Aspekte wie die Berechnung des Kerosinpreises und der Aktienmarkt können über den leichten Schwierigkeitsgrad und das einfache Wirtschaftssystem nicht hinwegtäuschen, zumal gerade der eben angesprochene Aktienmarkt für den Außenstehenden viele Rätsel aufgibt.

Hinzu kommt, dass nach einigen Spielstunden der Reiz an dem Spielgeschehen verloren geht. Das Spiel wird zur Routine, was eigentlich so das Tödlichste für den Spielspaß ist, was es gibt. Auch mit zunehmender Spieldauer ändert sich daran nichts, ganz im Gegenteil. Mehr Geld bedeutet, man kann sich neue Flugzeuge kaufen, aber neue Flugzeuge bedeuten noch mehr Routen, noch mehr Aufträge, noch mehr Flugpläne, im Endeffekt noch mehr Routinearbeiten… Da hilft auch der einstellbare Schwierigkeitsgrad nichts. Die Computergegner agieren oft auch nur passiv und handeln nicht nachvollziehbar. So verlieren einige Fluggesellschaften schon nach einigen Wochen aus eigenem Verschulden die Aktienmehrheit, was eine Übernahme dieser Airline zum Kinderspiel macht. Positiv zu bewerten sind die kleinen Rätsel und die Adventure-Elemente, die ins Spiel integriert wurden.

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